F.M.S. Wilts

Erdkunde

ICQ: 109104557

 


Die Landwirtschaft der Niederlande


Die Niederlande ist zwar ein sehr dichtbevölkertes und stark verstädtertes Land, ist uns aber dennoch landwirtschaftlich nicht unbekannt, da wir alle holländischen Käse, holländische Blumen und Gemüse kennen.

Zur Landwirtschaft der Niederlande muss man wissen, dass die Gesamtfläche der Niederlande zu einem sehr großen Teil agrarisch genutzt wird, nämlich zu 64,2%. Zieht man von diesen 64,2% noch 9,1% Wasserfläche und 14,6% bebaute Fläche ab, bleiben also nur noch 12% Landfläche über, die nicht agrarisch genutzt wird, diese Fläche besteht hauptsächlich aus Wald und Naturlandschaften, und wird vorwiegend als Erholungsgebiet genutzt. Die agrarisch genutzte Fläche umfasst etwa 2 Mio. ha kultiviertes Land, wovon etwa 1Mio. ha Grassland, 807.000 ha Ackerbauland, 108.000 ha Gartenbaufläche und 13.900 ha brachliegendes Land sind.

Die Spezialisierungen der einzelnen Betriebe hängt in den Niederlanden stark von den Bodentypen und Wasserverhältnissen ab. Daher findet man in den gut entwässerten Seekleiböden hauptsächlich Ackerbau in Großbetrieben. Auf den sumpfigeren Fehn- und Kleigebieten wird hauptsächlich Viehzucht betrieben, und auf den trockneren Sandböden findet man hauptsächlich kleinere Mischbetriebe. Den intensiven Gartenbau, der nur sehr geringe Flächen benötigt findet man auf kleine Gebiete konzentriert. Allerdings muss man erwähnen, dass die Agrarwirtschaft der Niederlande in den letzten Jahrzehnten um einiges komplexer und intensiviert worden ist, wodurch es zu Abweichungen der obengenannten Einteilungen kommen kann.

Das sich die Betriebe verändert haben, lässt sich wie folgt erklären, Ende der 50er Jahre begannen viele Arbeiter und Bauern aus der Landwirtschaft in die Industrie abzuwandern, wo die Arbeit viel leichter und komfortabler, und vor allem die Arbeitszeiten kürzer waren. Diese Abwanderung hatte eine Maßstabsvergrößerung der Betriebe zur Folge, da die Betriebe der abgewanderten Bauern zu den noch existierenden angeschlossen wurden. Um diese größeren Flächen mit weniger Personal bewirtschaften zu können, musste die Produktivität der einzelnen Arbeiter erheblich gesteigert werden, was hauptsächlich durch den Einsatz moderner Technik erreicht wurde. Ausserdem erfolgte eine weitere Maßstabsvergrößerung der Betriebe durch die Spezialisierung und Intensivierung der Betriebe auf bestimmte Agrarberreiche, d.h. die Mischbetriebe wurden im Großen und Ganzen abgeschafft, und die Produktion pro Fläche bzw. pro Milchkuh oder Huhn, durch den Einsatz modernster Technik sowie Düngemittel und Pestizide enorm gesteigert. Dadurch wurde die Landwirtschaft aber auch abhängig von der Industrie, da sie ständig über modernster Technik und Düngemitteln sowie Pestiziden verfügen muss, und das produzierte ja auch verarbeitet werden muss. So übertrifft die Niederlande durch diese Intensivierung in vielen Bereichen der Agrarwirtschaft die Produktivität aller anderen Länder. Die Niederlande verfügt über 8000 ha modernster zum größten Teil computergesteuerte (Temp./Beregnung/Licht/Düngung) Gewächshausanlagen, in denen zumeist auf Steinwolle Pflanzen aller Art von höchster Qualität heranwachsen. Es lässt sich hier jedoch auch nicht verschweigen, dass diese intensive Form der Landwirtschaft eine Menge Probleme mit sich bringt. So benötigt die Niederlande vor allem durch die intensive Viehzucht mehr importiertes Getreide , als auf der Gesamtfläche der Niederlande angebaut werden könnte, außerdem werden in der intensiven Viehzucht mehr Exkremente produziert, als die Regionen vertragen könnten, was einen unwirtschaftlichen Abtransport in Regionen mit Exkrementmangel erfordert. Durch diesen Exkrementüberschuss kommt es aber auch zu Umweltproblemen, da durch den in den Exkrementen vorhandene Ammoniak der saure Regen gefördert wird. Durch die Düngemittel und Pestizide kommt es aber auch zu Umweltproblemen in den Niederlanden, die vor allem in dem übermäßigen Verbrauch begründet sind ( kein Land verbraucht so viel Düngemittel, wie die Niederlande).

Wirtschaftlich gesehen könnte in den Niederlanden diese intensive Form der Landwirtschaft ohne die guten Auslandsbeziehungen gar nicht existieren, da die Produktion einzelner Produkte, z.B. aus der Viehhaltung dem Ackerbau und Gartenbau bei weitem den Eigenverbrauch übersteigen und exportiert werden müssen, aber die Niederlande auf der anderen Seite tropische, subtropische und vor allem große Mengen Getreide einführen muss. Wichtige Handelspartner sind vor allem die EU-Länder und hier vor allem Deutschland, ein weiterer wichtiger Handelspartner ist aber auch die USA. Die Landwirtschaft, die nur durch etwa 5% der Erwerbsbevölkerung (hauptsächlich in Familienbetrieben) betrieben wird, und auch nur einen ungefähr genauso großen Anteil am Volkseinkommen hat, trägt jährlich 20-25% zur der Gesamtausfuhr der Niederlande bei, wobei der Wert der ausgeführten landwirtschaftlichen Güter stets höher ist, als die der eingeführten Produkte. Dies trägt auch erheblich dazu bei, dass die Niederlande die siebtgrößte Exportnation (laut WTO) der Welt ist. Der Anteil der Landwirtschaft am Bruttoinlandsprodukt ist in den Niederlanden fast ebenso groß wie der Anteil der Erwerbsbevölkerung, in allen anderen Ländern, bis auf Belgien, ist dieses Verhältnis bedeutend schlechter.

Zusammenfassend lässt sich also sagen, daß die Niederlande über eine gut funktionierende sehr intensive Landwirtschaft verfügt, die natürlich aber auch hier und da einige Probleme und Abhängigkeiten in sich birgt.

 

 

Als Quellen benutzte ich:

idg-bulletin 1983/84 S. 24 bis 28

idg-bulletin 1989 S. 32 bis 37

idg-bulletin 1990 S. 35 bis 41

idg-bulletin 1991 S. 19 bis 22

Hompage der IDG Centerpage

Da zum Teil in starker Anlehnung an die benutzten Quellen geschrieben wurde, kann es zu ähnlichen Gliederungen und Wortlauten kommen.